eBook Reader Import Tipps

Wer wirklich auf dem neuesten Stand der Technik sein will, hat in Europa meist schlechte Karten. Viele neue eBook Reader und Tablets erscheinen als erstes in den USA bzw. Asien und in der Regel erst mit langer Verspätung in Europa. Aber zum Glück gibt es ja die Möglichkeit eBook Reader und andere Geräte zu importieren. Auch preislich kann es unter Umständen günstiger sein, ein Gerät im Ausland zu kaufen. Damit es beim Import jedoch nicht zu bösen und mitunter kostspieligen Überraschungen kommt, sollte man ein paar Dinge beachten:

Lieferung

Wenn man ohne hin gerade im Ausland unterwegs ist und einfach seinen Urlaubsaufenthalt nutzen möchte, um sich einen neuen Import eBook Reader zu zulegen, stellt sich die Frage nach der Lieferung natürlich nicht. Anders sieht es jedoch aus, wenn man von Zuhause aus ein Importgerät bestellt. Die erste Schwierigkeit besteht darin, überhaupt einen Lieferanten zu finden, der ins Ausland exportiert. Bei kleineren Anbieteren kann es schlichtweg technische Hindernisse geben, da die Shopsoftware des Anbieters keinen Versand ins Ausland unterstützt. Hier kann schon eine einfache eMail-Anfrage zum Ziel führen.  Bei großen internationalen Anbietern wie z.B. Amazon besteht dieses Problem jedoch in der Regel nicht.

Allerdings können auch rechtlich Vorgaben oder Einschränkungen des Herstellers hinderlich sein, die den Export bestimmter Geräte unterbinden. So ist es beispielsweise nicht ohne weiteres möglich, ein Kindle Fire Tablet bei Amazaon.com zu bestellen, da dieses nur in die USA ausgeliefert wird. Abhilfe schafft hier eine vorübergehende Postadresse in den USA. Hierfür gibt es bereits spezialisierte Anbieter wie etwa die DHL-Tochter Borderlinx oder MyUS. Diese Anbieter richten nicht nur eine vorrübergehende Postadresse in den USA ein, die man als Lieferadresse angeben kann, sie sorgen auch gleich dafür, dass die Lieferung anschließend direkt an die heimische Adresse in Europa weitergeleitet wird. Für asiatische Länder gibt es ähnliche Anbieter wie z.B. Tenso, über den man Importe aus Japan komfortabel bewerkstelligen kann.

Bezahlung

Bestellungen im Ausland sind meist nur per Kreditkartenzahlung möglich. Bankeinzugsverfahren oder Bezahlung per Rechnung werden nur selten angeboten.  Das Risiko liegt dabei natürlich auf Käufer-Seite, da man mit der Bezahlung in Vorleistung geht. Bietet der Lieferant auch Bezahlung über Dienste wie z.B. PayPal an, sollte man diese Möglichkeit auf jeden Fall bevorzugen, da Einkäufe über PayPal  mit einem Käuferschutz abgesichert sind. Wenn die Ware nicht innerhalb von 45 Tagen nach der Zahlung eingetroffen ist, kann sich der Käufer sein Geld zurück erstatten lassen.

Anschlüsse und Anbindungen

Andere Länder, andere Normen - das gilt insbesondere für Stromstecker. Da in USA und in Asien Stromnetze mit anderen Spannungswerten als in Europa betrieben werden, werden dort auch andere Stromstecker verwendet. Ein aus den USA importiertes Ladegerät kann man somit nicht ohne weiteres an eine europäische Steckdose anschließen. Ein einfacher Adapter schafft hier jedoch Abhilfe.

Größere Schwierigkeiten können einem jedoch Datenanbindungen bereiten. Bei Geräten wie dem Amazon Kindle Fire liegen die Vorzüge in einem umfangreichen Contentangebot, auf das man online zugreifen kann. Die Inhalte sind jedoch nur in den USA abrufbar - versucht man von Europa aus darauf zuzugreifen erhält man eine Fehlermeldung. Bei vielen Geräten lassen sich derartige Ländersperren zwar umgehen, allerdings sind hierbei schon fortgeschrittene Kenntnisse und nicht ganz ungefährliche Eingriffe in das System erforderlich.

Sprache

Von einem Gerät, dass für einen ausländischen Markt konzipiert ist, kann man natürlich nicht erwarten, dass es eine deutsche Menüführung anbietet. Daher sollte man sich vorher vergewissern, dass zumindest englisch oder eine andere Sprache, die man selber beherrscht, unterstützt wird. Vor allem bei Importen aus asiatischen Ländern ist Vorsicht geboten. Wenn die Standardeinstellung eine Sprache vorsieht, die exotische Schriftzeichen verwendet, kann auch das Umschalten auf englische Sprache ohne fachkundige Hilfe schwierig werden.

Garantie

Garantiebestimmungen und Verbraucherschutz werden von Land zu Land höchst unterschiedlich gehandhabt. Daher sollte man sich in jedem Falll vor dem Kauf informieren, wie die Garantiebestimmungen für das jeweilige Gerät aussehen und ob sie auch für das Ausland gelten. Manche Hersteller bieten keine Garantie für Länder an, in denen ein Gerät nicht offiziell vertrieben wird. Daher sollten Sie darauf achten, dass zumindest der Händler, bei dem Sie ein Gerät erwerben, einen ausreichenden Garantieschutz anbietet. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen will, schließt beim Kauf gleich eine Geräteversicherung ab, die mittlerweile von vielen großen Händlern angeboten wird. Hierdurch sind unter Umständen auch Schäden, die durch den Transport entstehen können, abgedeckt.

Zollgebühren und Mehrwertsteuer

Ab einem Warenwert von 22 Euro muss man beim Import eines Geräts nach Deutschland eine Mehrwertsteuer von 19% des Einkaufspreises abführen. Liegt der Gerätepreis über 150,- Euro fallen zusätzlich noch Zollgebühren an. Es werden jedoch nur Geräte verzollt, die von außerhalb der EU importiert werden. Ein Import innerhalb eines EU-Landes ist grundsätzlich zollfrei. 

Die höhe der Zollgebühren richtet sich nach der Geräteklasse. Da es für eBook Reader noch keine verbindliche Geräteklasse gibt, liegt die Beurteilung im Ermessen des Zollbeamten. In der Regel liegt der Zollsatz für eBook Reader im Bereich von 4% des Einfuhrpreises.

Ein wenig heikel kann jedoch unter Umständen die Verzollung werden, wenn man sich dabei voll und ganz auf den Händler verlässt, bei dem man das Gerät bestellt hat. Ist die Sendung nämlich lückenhaft deklariert kann das  zu Lieferverzögerungen von mehreren Wochen führen. Der Zoll fordert in diesem Fall fehlende Angaben  beim Versender an und behält die Lieferung so lange in Gewahrsam. Besteht die Möglichkeit, den Versandstatus online zu verfolgen, sollte man daher einen besonderen Blick hierauf werden. Bleibt das Päkchen länger als 2 Tage beim Zoll liegen, sollte man sich besser mit der Zollstelle in Verbindung setzen.

Bei fehlerhaften Angaben in den Lieferdokumenten können auch Strafgebühren anfallen. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, meldet sein Import–Vorhaben daher vorher beim Zoll an. Hierfür bietet der Zoll eine Internetzollanameldung an.

Fazit

Der Import aus dem Ausland ist häufig die einzige Möglichkeit um frühzeitig in den Genuss von eBook Reader und Tablet Neuerscheinungen zu kommen. Auch echte Schnäppchen kann man damit machen. Einen Import durchzuführen ist im Prinzip nicht besonders kompliziert und auch die Risikien sind minimierbar. Man sollte vor allem bei unbekannteren Anbietern darauf achten, dass man bei der Zahlungsweise ausreichend abgesichert ist (Stichwort: PayPal Käuferschutz). Auch beim Thema Zoll sollte man darauf achten, dass alle Vorgaben erfüllt sind und am besten die Verzollung übers Internet selber anmelden.