Amazon Kindle 3

Mit der neuen Version des Amazon Kindle bringt Amazon sein meist verkauftes Produkt auf den neuesten Stand und setzt zugleich wieder einmal Maßstäbe für die eBook Reader Entwicklung.
Die Amazon Kindle Entwickler haben beim Kindle 3 so ziemlich alle Parameter verbessert, die es zu verbessern gibt. Schon äußerlich ist der Reader deutlich kompakter und leichter geworden. Das 6 Zoll Display basiert auf der neuest E-Ink Tehnologie, die eine spürbare Verbesserung des Kontrastwertes um 50% erzielt. Die Prozessorleistung wurde erhöht, so dass auch das oft bemängelte langsame Umblättern der Seiten deutlich schneller von der Hand geht. Die Geschwindigkeit macht sich aber vor allem auch bei der Menünavigation bemerkbar, die nun ohne Verzögerungen von statten geht. Die Hoffnung der Kindle-Gemeinde, dass der Kindle 3 ein Farbdisplay haben wird, haben sich jedoch nicht erfüllt; und auch für das Betrachten von Videos reicht die Display Reaktionszeit noch nicht aus. Dafür bietet das Display des Amazon Kindle 3 eine hervorragende Lesequalität, die im Vergleich zum (ebenfalls schon sehr guten) Vorgänger Modell nochmals stark verbessert wurde.
Auch die Bedienelemente sind beim Kindle 3 optimiert worden. Das Tastaturfeld ist ein wenig schmaler geworden, dafür ist die obere Zahlentastenreihe jetzt doppelt belegt. Ein Steuerpad mit 4 Pfeiltasten sorgt für die zentrale Navigation. Das Umblättern der Seiten erfolgt über zwei Sondertasten am mittleren Rand und zwar - linkshänderfreundlich – sowohl auf der rechten als auch auf der linken Seite.
Bei der Gelegenheit hat Amazon auch gleich noch den internen Speicher auf 4GB verdoppelt – der SD-Slot ist dafür jedoch entfernt worden. Neu hinzu gekommen ist dafür ein WLAN-Modul, mit dem man deutlich schneller im Internet surfen kann, als mit der Mobilfunkverbindung; vorausgesetzt natürlich, man befindet sich in Reichweite eines WLAN-Netzes. Wer auf Mobilfunkanbindung ganz verzichten möchte, kann auch auf die günstigere Modelvariante Amazon Kindle WiFi zurükgreifen. Sie enthält als Netzanbindung nur ein WLAN-Modul und keine Mobilfunkanbindung. Egal ob WLAN oder Mobilfunk, im Hinblick auf das Web gibt sich der neue Amazon Kindle ein wenig offener, als noch die Vorgänger-Versionen. Während man früher nur auf der Amazon.com-Seite surfen durfte, ist der Kindle 3 nun standardmäßig mit einem Webbrowser ausgestattet, mit dem man theoretisch im ganzen Web umhersurfen kann. In Praxis funktioniert das jedoch nicht immer völlig reibungslos, weswegen der Browser auch ganz offiziell den Status „experimentell“ trägt.
Trotzdem ist der Kindle ein geschlossenes System. Ebooks bezieht man aus dem Amazon Kindle Store. Bücher von anderen Herstellern, die mit einem DRM-Kopierschutz versehen sind, müssen beim Kindle leider draußen bleiben. Auch Bücher im hierzulande populären ePub Foramt können nur nach vorheriger Konvertierung mit dem Kindle gelesen werden. Damit ist der Kindle noch nicht wirklich für den deutschen Markt optimiert. Das Angebot deutschsprachiger eBooks ist bei Amazon.com naturgemäß überschaubar (derzeit ca. 3.000 Titel). Glücklicherweise ist bei deutschen Verlagen mittlerweile die Tendenz zu beobachten, zunehmend DRM-freie eBooks herauszubringen, so dass auch das Angebot an deutschsprachiger Literatur für den Kindle ständig wächst. Zum richtigen Vergnügen wird der Kindle hierzulande jedoch erst, wenn es einen deutschsprachigen Kindle-Store geben wird.
Das beste am neuen Kindle ist jedoch sein Preis. Gerade mal 189$ kostet der Kindle 3 im US-Amazon-Shop. Die Kindle WiFi Variante ist sogar schon für 139$ erhältlich. Wer von Deutschland aus bestellt muss neben des aktuellen Dollar-Kurses auch Versandkosten und Einfuhrsteuer berücksichtigen. Unterm Strich ergibt sich dabei ein entsprechender Preis von ca. 190 bzw. 140 Euro.
Alternativen
Wem das 6Zoll Display des Amazon Kindle 3 zu klein ist, sollte mal einen Blick auf den Kindle DX werfen. Vergleichbar mit dem Amazonn Kindle ist auch der Sony PRS. Wer lieber ein offenes System bevorzugt sollte sich Hanvon WISEreader anschauen.





